SPD Bamberg: Podiumsdiskussion zum Thema "Hebammen in Not!"

Veröffentlicht am 15.10.2014 in Gesundheit

Tag und Nacht sind die Hebammen Annett Gutschwager, Anna Kreß, Melanie Grimm, Veronica Walther und Theresa Paule, wie viele andere Hebammen in Deutschland, für die Frauen im Einsatz. Seit 20 Jahren betreuen die Hebammen gemeinsam mit dem Gynäkologen Michael Fröhlcke Geburtshausgeburten. Stolz blickten sie im Sommer letzten Jahres auf das 2000. Baby, das in den Räumen am Heinrich-Weber-Platz das Licht der Welt erblickte.

In der Zeit der Schwangerschaft, Geburt und des Wochenbettes tauchen Fragen und Ängste auf, für die das Team ein besonderes Konzept der gemeinsamen Betreuung entwickelt hat. Die großen Stärken der außerklinischen Begleitung sind Individualität, Zeit und eine 1:1 Betreuung.

Bei der Geburt sind Hebammen die wichtigsten Begleiter. Noch haben Frauen die Wahl, sich frei für ihren Geburtsort zu entscheiden. Doch dies gerät zunehmend in Gefahr. Im Januar 2014 sind die Haftpflichtprämien für die außerklinische Geburtshilfe auf 5091 Euro pro Hebamme gestiegen. Das war auch für die Hebammen im Geburtshaus Bamberg ein Schock. Das Team betreut derzeit hauptsächlich Geburtshausgeburten, aber auch Beleggeburten und Hausgeburten. Die Finanzierung dieser Summe ist bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 8,50 Euro schon eine heftige Herausforderung und ist nur mit viel Idealismus zu bewerkstelligen. Zahlreiche Geburtshäuser schließen und Hausgeburtshebammen können nicht mehr weiter Geburtshilfe anbieten. Die Bamberger Geburtshaushebammen sind mit viel Begeisterung bei der Arbeit, haben aber auch große Probleme Nachwuchs zu finden. Es gibt wenig Hebammen, die für eine geringe Bezahlung die Bürde der Verantwortung und ständigen Rufbereitschaft tragen wollen.

Doch nun belastet eine noch viel größere Sorge die freiberufliche Hebammenschaft. Ab Sommer 2015 gibt es möglicherweise keine Haftpflichtversicherung für Hebammen mehr. Das kommt einem Berufsverbot gleich, denn ohne Absicherung dürfen freiberufliche Hebammen nicht arbeiten. Doch dies betrifft nicht nur die Geburtshaushebammen. Rund ein Viertel aller Kinder in Deutschland kommt mit Hilfe einer freiberuflichen Hebamme zur Welt. Also auch Beleggeburten in Kliniken und die Betreuung vor und nach der Geburt sind in Gefahr.

Nach Meldung vom möglichen Zusammenbruch des Versicherungsmarktes gab es eine Welle der Solidarität im Netz. Doch bisher ist noch keine endgültige Lösung gefunden und bis dahin dürfen die Forderungen nach einer langfristigen Lösung zur Sicherung der Existenz der Hebammen nicht abnehmen.

Felix Holland, Stadtrat und Parteichef der Bamberger SPD und Astrid von Waldenfels, Bezirksvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft SozialdemokratInnen im Gesundheitswesen (ASG), informierten sich über die problematische Situation bei Hebamme Annett Gutschwager.

Am 24.10.2014 um 09.30 Uhr wird im Pfarrsaal St. Heinrich, Bamberg, Eckbertstraße, zur aktuellen Lage eine Podiumdiskussion von der ASG, der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF), der SPD Bamberg und dem Team des Geburtshauses veranstaltet. Mitwirkende im Podium sind unter anderen die Bundestagsabgeordnete Martina Stamm -Fibich (SPD), MdB, Erlangen; Astrid Gießen, Bayrische Hebammenlandesverbandsvorsitzende; Annett Gutschwager, fachliche und organisatorische Leitung Geburtshaus Bamberg; Kreissprecherin Veronica Walther, Hebamme Geburtshaus Bamberg; Dr. Michael Fröhlcke, kooperierender Gynäkologe und Gründer Geburtshaus Bamberg und Dr.Ernst Trebin, Allgemeinarzt und Vertreter der ASG.

Für das leibliche Wohl sorgt die AWO. Das Mütterzentrum Känguruh bietet für die Zeit der Veranstaltung gegen einen Unkostenbeitrag Kinderbetreuung in den neuen Räumen am Heinrich- Weber-Platz an. (Anmeldung erwünscht unter 0951-4081317)

Alle, die sich für den Erhalt der Hebammenhilfe einsetzen möchten, sind herzlich eingeladen.

 

Weitere Informationen dazu erhalten alle Interessierten auf der neuen Homepage: www.geburt-bamberg.de.  Für Fragen steht jeweils Montag und Donnerstag von 13-15.00 Uhr unter der Telefonnummer 0951-303637 eine Hebamme des Geburtshauses zur Verfügung.

 

Homepage SPD Unterbezirk Bamberg-Forchheim

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